Steuergesetze: Kapitalerträge als Italiener

Beim Erwerb von Wertpapieren fallen für Endkunden vorerst keine Steuern an. Dies ändert sich jedoch mit Realisierung eines ersten Gewinns durch z.B. Dividenden oder Verkauf bei einem höheren Kurs. Mit einem Gewinn durch Kapitalerträge fallen deshalb 26% an Abgeltungssteuer für Südtiroler bzw. Italiener an.

Wie wird die Steuer beglichen?

Es gibt generell zwei Möglichkeiten der Steuerpflicht nach zu kommen. Wird die Steuer bereits automatisch vom Broker abgeführt, kümmert sich dieser für seine Kunden darum und die penible Aufstellung einer Auflistung bleibt dem Kunden erspart. 

Bei den meisten Online-Broker hingegen (wie z.B. Degiro*) kann ein Jahresbericht mit Gewinn- und Verlusterechnung heruntergeladen werden. Diesen gilt es dann bei der Steuererklärung anzugeben. Dieser Prozess ist ebenfalls vom Aufwand überschaubar.

Sollte keine Aufstellung automatisch vom Broker erstellt werden, muss selbst eine Liste der Gewinne und Verluste aufgestellt werden. Gerade bei breit diversifizierten Portfolios kann das zu erheblichen Mehraufwand führen. Deshalb empfehlen wir Online-Broker, die diese Funktion anbieten.

Gibt es einen Sparerfreibetrag in Italien?

Einen Freibetrag für fleißige Sparer, welcher nicht versteuert werden muss, gibt es in Italien nicht. Ganz im Gegenteil zu Deutschland: hier können Privatpersonen immer noch jährlich 801€ (ein verheiratetes Paar 1602€) steuerfrei durch Kapital erwirtschaften. Leider verzichtet Italien hierbei darauf, eigenverantwortliche Altersvorsorge zu belohnen.

Wie sind P2P-Gewinne zu versteuern?

Neben Einkünften aus herkömmlichen Wertpapieren zählen auch P2P-Kredite zur Klasse der Kapitalerträge. Bei P2P Krediten fallen ebenfalls 26% Abgeltungssteuer an. Dabei ist die Steuer in jenem Land zu entrichten, in dem die eigene Steueransässigkeit herrscht.
In diesem Fall Steuern nicht automatisch abgeführt, sondern die meisten Plattformen bieten vorgefertigte Ausdrucke für die Steuererklärung an. Diese Ausdrucke sind, genauso wie die Erträge aus Wertpapieren, ebenfalls zu deklariern.

Warum eine Angabe in der Steuererklärung auch bei Verlusten Sinn macht

Viele Anleger sind der Meinung, dass lediglich Gewinne in der Steuererklärung Platz finden. Aber auch bei Verlusten wird empfohlen, diese anzugeben. Mit Verlusten kann die steuerliche Last bei anderen anfallenden Gewinnen gemindert und so trotzdem Geld gespart werden.

Was ist Doppelbesteuerung und wann trifft es Aktionäre?

Das Thema Doppelbesteuerung ist ein komplexes Thema und ist von Staat zu Staat verschieden. 
Generell sind Wertpapiere in Ländern zu versteuern, in denen sie aufgelegt wurden. Folglich bittet dich bei einer US-amerikanischen Aktie die USA zuerst an die Steuerkasse, bevor dich dein Heimatland erneut finanziell erleichtern möchte. Um diese doppelte Belastung zu vermeiden, gibt es zwischen vielen Staaten ein sog. Doppelbesteuerungsabkommen (bzw. Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung). Durch dieses Abkommen muss nur die Quellensteuer bezahlt werden und das Heimatland verzichtet auf seine Gebühr oder mindert diese. Abhängig ist das davon, ob der ausländische Steuersatz gleich hoch bzw. höher als der heimische ist oder tiefer.

Liste der Länder Doppelbesteuerungsabkommen mit Italien

Liste der Länder mit Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland

Nur weil ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, bedeutet das nicht, dass Steuern vorerst nicht trotzdem abgezogen werden. Im zweiten Schritt kann aber durch ein entsprechendes Formular die im Ausland angefallene Quellensteuer bewiesen und Geld vom Finanzamt zurückerstattet werden.

Das Thema Degiro* & Steuererklärung wurde bereits in unserer Facebook-Gruppe behandelt. Wir laden jeden herzlich ein, auch dort mitzudiskutieren und anderen, erfahrenen Investoren aus Südtirol Fragen zu stellen.

Hier der Link zur Facebook-Gruppe.

Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Der Artikel ersetzt kein Besuch beim Steuerberater und dient lediglich der inhaltlichen Übersicht. Persönliche Steuersituationen sind komplex, können nicht verallgemeinernd zusammengefasst werden und ändern sich ständig.

Ein Kommentar bei „Steuergesetze: Kapitalerträge als Italiener“

  1. Leider wird die gezahlte Quellensteuer in IT nicht angerechnet wie in De. Bekomme ich eine Dividende von Coca-Cola dann werden 15% von den USA einbehalten. Auf die 85% zahle ich dann nochmal 26%. Das ist eine Sauerei… Früher wo ich in De steuerlich ansässig war wurde das angerechnet

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