Estland: Finanzmetropole der Zukunft?

Mehrere unserer Artikel berichten über Fintech Unternehmen im Bereich P2P. Was dabei schnell auffällt: der Großteil ist in Estland angesiedelt. Warum bildet sich ausgerechnet in Estland ein Kern von Fintech-Dienstleistern?

Estland

Mit 1,3 Millionen Einwohnern ist Estland ein leicht besiedelter Staat im Baltikum. Estland ist nach vielen Jahrhunderten wechselnder Besetzung erst seit 1990 (konstant) unabhängig. Kurze Fakten zu Estland:

  • Mitglied der EU und der Nato
  • seit 2011 den Euro
  • zuverlässige Demokratie
  • hervorragendes Bildungssystem
  • höchste Start-up-Rate in Europa seit mehreren Jahren
  • weniger als ein Drittel der Esten ist gläubig

Das starke Bildungssystem macht sich dadurch bemerkbar, dass über die hälfte der jungen Bevölkerung einen Universitätsabschluss besitzen.
In Bezug auf die Zahl der Start-ups pro Kopf liegt das Land an dritter Stelle und verfügt derzeit über 30 Unternehmen pro 100.000 Stadtbewohner – sechsmal mehr als der EU-Durchschnitt.

Matthew Clannachan von Bondora* beschreibt Estland als „einfach, unbürokratisch, zuverlässig „. Auffällig ist, wie die allermeisten Prozesse digitalisiert wurden. So werden 99,9 % der Banküberweisungen elektronisch getätigt und 96,3 % der Steuererklärungen wurden in 2016 elektronisch eingereicht. Diese Fakten tragen sicherlich dazu bei, dass sich in Estland viele Fintech-Unternehmen ansiedeln.

Digitale Staatsbürgerschaft

Der Staat kümmert sich aktiv darum, eine effektive Umgebung für Start-ups und Fintech-Unternehmen aufzubauen.

Dienstleistungen wie digitales Voting, digitale Steuerzahlung, digitales Banking und viele andere vollständig digitale Abläufe stehen zur Verfügung. Die digitale Bürgerschaft unterscheidet jedoch Estland als erstes Land dahingehend stark.

Das Programm ermöglicht es, eine Smart ID-Karte zu erhalten, welche ausländischen Investoren Zugang zu denselben Dienstleistungen wie Anwohner bietet.

Internationale Händler haben die Möglichkeit, ein Bankkonto im Land zu eröffnen, ohne eine Bankfiliale betreten zu müssen. Seit 2014 hat dieser Service bereits über 24.000 ausländische Investoren angezogen.

Das Hauptziel besteht darin, mehr Unternehmer anzuziehen und ihnen Möglichkeiten zu bieten, ein Unternehmen zu gründen. Dabei ist egal, welcher Nationalität sie angehören. Die äußerst günstigen Bedingungen für den Eintritt und die Entwicklung des lokalen Marktes helfen dabei.

Finanzielle Bedingungen

Recht gering ist allerdings das Einkommen in Estland. Im Jahre 2018 lag das durchschnittliche Bruttoeinkommen bei 1.234 Euro monatlich. Die Lebenserhaltungskosten sind zwar geringer als in bspw. Mitteleuropa, allerdings sind in Anbetracht der hohen durchschnittlichen Kreditbeträge Zweifel offen.

Fintech

Ein FinTech Unternehmen aus Estland das uns besonders gefällt ist EstateGuru*. Es wird eine Plattform angeboten, um in Immobilien und Immobilienkredite zu investieren.

In diesem Artikel haben wir EstateGuru* genauer betrachtet, ein erster Erfahrungsbericht nach einem Jahr folgt demnächst!

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Fazit

Estland lebt als gutes Beispiel die fortschreitende Digitalisierung vor. Gerade bei öffentlichen Diensten können viele Abläufe dank moderner Technik und Internet effizienter gestaltet werden – leider haben das erst wenige Nationen für sich entdeckt. Das Wirtschaftswachstum spricht auf jeden Fall für Estland.
Für die Zukunft hoffen wir, dass auch andere Länder den Schritt in Richtung Digitalisierung wagen!

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