Buy & Hold: Der Weg zum Ziel?

Warum Buy & Hold für Privatanleger die beste Strategie ist? Wie der Name schon vorausschickt, geht es um Investments über langen Zeitraum. Die Anlagen werden gehalten, unabhängig vom Kurs und momentaner Rendite. Ziel ist, langfristig (Jahre oder sogar Jahrzehnte) Gewinne zu erwirtschaften.
Stock-Picking hingegen versucht eine Überrendite durch ständiges Umschichten zu ermöglichen. Dabei gibt es jedoch einige Haken.
Warum uns Buy & Hold zum Ziel führt?

Fakt 1

  • Der Zeitaufwand ist auf wenige Minuten pro Monat beschränkt und man kann sich anderen, wichtigeren Dingen im Leben widmen.

Fakt 2

  • Keiner kann den idealen Kaufs- oder Verkaufszeitpunkt vorhersagen. Glück spielt eine Rolle, aber meist werden falsche Entscheidungen zum falschen Zeitpunkt getroffen.

Fakt 3

  • Wertpapiere handeln kostet. Je mehr gehandelt wird, desto höher die Kosten. Niemals vergessen: viele Kosten schmälern die Rendite. Man will besser als der Markt sein, verliert jedoch diesen Vorsprung durch bezahlte Gebühren wieder und liegt nun unter dem Durchschnitt.

Fakt 4

  • Steuern werden gespart. Ein Gewinn muss erst versteuert werden, sobald dieser realisiert wird. So kann man Kursgewinne mitnehmen und durch einen erst sehr späten Verkauf, die Steuern (in Italien 26%) in die Zukunft verschieben. Dadurch können die gesparten Zinsen weiter Gewinn erwirtschaften und den zusätzlichen Zinseszins-Effekt ausnutzen.

Was Grund spricht gegen Buy&Hold?

Mit dem sogenannten Stockpicking wollen Anleger besser als der Marktdurchschnitt sein. Dabei will der Investor unterbewertete Aktien von der Börse erwerben. Diese sollen zukünftig „outperformen“ und somit besser als ihre Konkurrenz sein. Sobald die Aktien in seinen Augen überbewertet sind, werden alle Anteile verkauft.

Sehr viele Anleger sind der Überzeugung, besser als andere Börsianer zu sein, doch die wenigsten erreichen wirklich diesen Vorsprung.

Also was tun?

Viele Studien belegen, dass ein Investment in den MSCI World – ETF, welcher Aktien der ganzen Welt beinhaltet und trotzdem sehr günstig ist, meistens die bessere Wahl wäre. Hätte man in den vergangenen Jahrzehnten fleißig in den weltweit diversifizierten ETF investiert und die Wertpapiere behalten, hätte man eine jährliche Rendite von ca. 7% einfahren können (mal mehr, mal weniger, je nach Startjahr und Zeitraum).

Direktinvestments in einzelne sorgfältig ausgewählte Aktien können Sinn ergeben. Aber auch hier sollte man diese über lange Zeit behalten. Dadurch erhöht sich zwar das Risiko, da man sehr viel weniger breit diversifiziert ist, es sind mit Glück aber auch höhere Renditen möglich.

Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten, und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.

André Kostolany

Fazit

Egal welchen Weg man einschlägt, eine langfristige Orientierung ist von Vorteil.
Mit einem Investment in einen World-ETF kann nichts falsch gemacht werden. Man investiert in die globale Wirtschaft, spart Kosten, Zeit und Steuern. Nachdem damit ein gewisses Sicherheitspolster aufgebaut wurde und man sich mit der Thematik intensiv beschäftigt hat, kann bei Wunsch mit einzelnen Unternehmensanteilen begonnen werden. Voraussetzung dafür ist, dass nötiges Interesse und Zeit in der Analyse aufgebracht werden kann. Spezifische Aktien sollten im besten Fall mit Fachwissen in Verbindung stehen.

Fallen euch noch ein paar Fakten für Buy & Hold ein oder seit ihr komplett anderer Meinung? Schreibt’s in die Kommentare!

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