Google entzieht Huawei Lizenz: Auswirkungen Finanzwelt

Huawei ohne Android

Wegen Spionage-Vorwürfen entzieht Google dem chinesischen Konzern Huawei bis auf Weiteres die Lizenz für Android – mit Folgen.

Durch die Sperre wird Huawei verboten, das beliebte Betriebssystem Android auf die Geräte zu spielen, Updates dafür auszurollen oder Google Software (u.a. Google Play Store) auf den Smartphones zu installieren. Bestehende Huawei-Handys bekommen folglich keine Updates mehr und können nicht mehr auf den Play Store zugreifen. Zurzeit werden Huawei Kunden noch beruhigt:

For Huawei users‘ questions regarding our steps to comply w/ the recent US government actions: We assure you while we are complying with all US gov’t requirements, services like Google Play & security from Google Play Protect will keep functioning on your existing Huawei device.

So das offizielle Android Profil auf Twitter.

Google hält mit seinem Betriebssystem Android aktuell die große Mehrheit im Smartphone-Bereich weltweit. Wenn das US-Unternehmen nun nicht mehr mit dem chinesischen Konzern Huawei kooperiert, hat dies weitreichende Folgen. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit ist notwendig, damit das Android System mit den Geräten kompatibel ist und bleibt. Huawei alleine stellt aktuell 20% aller Android-Geräte.

Wie kam es dazu?

Es handelt sich um eine Reaktion auf den Verdacht der US-Behörden, Spionage für die chinesische Regierung zu betreiben. Im Zuge des ausgerufenen Telekommunikationsnotstand hatte Präsident Trump Huawei auf die Schwarze Liste gesetzt und US-Unternehmen die Zusammenarbeit ohne Sondererlaubnis untersagt.

Huawei betont ihre Unabhängigkeit zum chinesischen Staat.

Was nun?

Huawei dürfte weiterhin die OpenSource Version von Googles Android verwenden und auf die Geräte spielen. Allerdings würden damit essentielle Grundlagen des Betriebssystems weckfallen. Ohne den Play Store und die Google Play Services sind betroffene Smartphones kaum konkurrenzfähig, denn der Play Store ist für unzählige Apps notwendig.

Huawei hat bereits im letzten Jahr bekanntgegeben, seit 2012 an einem eigenen Betriebssystem für Smartphones und Tablets zu arbeiten. Ähnliches Problem: der Erfolg des hauseigenen Betriebssystems kann ohne den Zugriff auf Apps kaum erfolgen. Huawei verfügt aktuell zwar über einen eigenen App-Store, die Auswahl an Apps ist allerdings sehr spärlich. Wichtige Plattformen wie bspw. Netflix sind nicht vorhanden.

Die chinesiche Regierung Staats- und Parteiführung wolle laut eigenen Aussagen den chinesischen Unternehmen helfen, ihre Rechte gerichtlich durchzusetzen.

Auch weitere US-amerikanische Technologie-Unternehmen haben sich laut
einem Bloomberg-Bericht zufolge nach Googles Ankündigung entschieden, Huawei nicht mehr zu beliefern.

Weitere Auswirkungen

Der voranschreitende Handelsstreit zwischen den USA und China  zieht inzwischen auch andere Unternehmen ins Kreuzfeuer. Mit einer sogenannten
„Boycott Apple“-Kampagne im chinesischen Internet wird aktuell versucht, Chinesen vom Kauf von Apple Produkten abzuhalten.

Sollte Trump die mit dem Handelsstreit verbundenen Strafzölle in Kraft treten lassen, muss das US Unternehmen Apple zudem noch mit großen Einbusen rechnen. Die Hauptproduktion der Apple Geräte befindet sich nämlich in China.

Das Beben der Finanzwelt

Auch wenn es heute, dem 20.05.19, ein leichtes Plus für die Huawei Investoren gab, leiden Anleger momentan stark unter dem Handelskrieg zwischen den USA und China. Huawei hat im letzten Monat massiv an Substanz verloren. So ging es vom 52 Wochen Hoch bei 7.09 USD auf zwischenzeitlich 3.3 USD runter. Momentan steht der Kurs bei 3.65 USD, was bedeutet, der Firmenwert hat sich fast halbiert. Auch Alibaba, Shenzen und viele andere China-Werte sind betroffen. Der MSCI China musste nach einem sehr starken Start ins Jahr 2019 nun wieder ca. 13% im letzten Monat hergeben.

Nicht nur chinesische Unternehmen hat es an der Börse schwer getroffen, auch der amerikanische Technologie-Index Nasdaq gab stark nach. Alphabet, der Mutterkonzern von Google, verlor allein heute über 3%. Genauso wenig konnte sich Apple retten und verliert an nur einem Tag satte 3,7%.

Chancen für Mutige

Als Privatanleger sollte man nicht den Kopf hängen lassen und Trübsal blasen, denn gerade jetzt ergibt sich durch den Handelskrieg wieder eine gute Möglichkeit, Anteile solider Unternehmen günstig nachzukaufen. Natürlich sollte man „nicht ins fallende Messer greifen“, aber wie Warren Buffet so schön predigte: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“

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