In Kryptowährungen investieren, aber wie?

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich hier um keine Anlageberatung und auch keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten handelt. Es wird die persönliche Meinung eines Gastautors dargestellt.

Quelle: Pixabay.com

Die neuen und zahlreichen Krypto-Börsen und Exchanges machen es uns Anlegern leicht, unser Geld in die laut Coimarketcap 11.400 verschiedenen Kryptowährungen zu investieren. Leider sind auch hier schwarze Schafe mit sog. Shit- bzw. Scamcoins unterwegs. Nicht immer kann eine Spekulation in Kryptos als seriöses Investment bezeichnet werden, und man sollte nicht der „Greater Fools- Theory“ zum Opfer fallen. Also der Annahme nachgehen, dass eine andere Person bereit ist, einen noch höheren Preis zu zahlen.

Anleger, die ernsthaft in Kryptowährungen investieren möchten, sollten sich mit den unterschiedlichen Anwendungen der Blockchain-Technologie befassen, die jedem Coin zugrunde liegt. An dieser Stelle sei gesagt, dass dieser Artikel nicht die Details, Vor- und Nachteile der Blockchain-Technologie oder der jeweiligen Kryptowährung erläutert, da diese Informationen mit einer einfachen Google Suche abgerufen werden können.

Die Krux bei der Bewertung von Coins ist, dass eine klassische Fundamentalanalyse anhand gängiger Kennzahlen, wie es etwa bei Aktien der Fall ist, nicht möglich ist. Die einzige Möglichkeit für Anleger ist, sich selbst mit dem Krypto-Markt auseinander zu setzen. Anschließend kann eine eigene Entscheidung gefällt werden, wie das Geld angelegt werden könnte. Denn wie auch bei jedem anderen Investment sollten wir uns nicht blind darauf verlassen, was uns selbsternannte Experten empfehlen. Wenn uns die erst junge Geschichte der Blockchain-Technologie und der Krypto-Ökonomie eines gezeigt hat, dann dass ein jeder von uns am Puls der Zeit bleiben und sich stets weiter informieren kann und sollte.

Haben wir uns als Anleger erst einmal gründlich darüber informiert, welche Kryptowährungen das größte Zukunftspotential und somit das größte Wertschöpfungspotential besitzen, geht’s nun ans Eingemachte.

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Folgende Überlegungen können dabei helfen:

Wie ist meine finanzielle Situation, Risikobereitschaft und Renditeerwartung?

Das Rückgrat der Kryptowährungen ist bekanntlich die Blockchain-Technologie oder „Distributed Ledger Tecnology (DLT)“. Ein direkter und dezentraler Informationsaustausch zwischen Nutzern ist damit möglich, ohne dass eine Legitimierung oder Steuerung von Seiten einer zentralen Einrichtung erforderlich ist. Neben dem hohen Grad an Transparenz und der (meist) problemlosen Rückverfolgbarkeit, macht das Blockchain-System es (nahezu) unmöglich Validierungsvorgänge der Informationen zu manipulieren. Zusätzlich generiert die wachsende Anzahl an Nutzern von Kryptowährungen einen positiven Netzwerkeffekt. D.h. jeder Nutzer fügt dem Krypto-Netzwerk durch dessen Nutzung einen Beitrag hinzu, welcher das gesamte Netzwerk wieder stützt und somit dem Ganzen mehr Stabilität verleiht. Dies sind nur einige der Vorteile die das Distributed Ledger (≈ verteiltes Kontobuch) bieten kann, ohne dabei auf das Zukunftspotenzial der einzelnen Coins näher einzugehen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Anlageklassen wie Aktien oder Immobilien ist der Krypto-Markt äußerst volatil. Darum ist es ratsam, für diese Assetklasse eine gesonderte Risikoprüfung durchzuführen. Dramatischen News (wie etwa den erst kürzlich bekannt gewordenen Hackerangriff auf das Poly Network wo umgerechnet knapp 510 Millionen Euro gestohlen wurden) gilt es auszuhalten oder gar auszublenden. Es ist ratsam, besonders zu Beginn nur einen kleinen Teil seines frei verfügbaren Kapitals anzulegen, da man sonst Gefahr läuft, bei einem ersten Kurseinbruch von z.B. 40 % (was bei Kryptowährung durchaus vorkommt), seine Anteile mit Verlust zu verkaufen.

„Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“

Carl Mayer von Rothschild

Die noch junge Vergangenheit hat nämlich gezeigt, dass die Strategie von Carl Mayer von Rothschild „Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen“ auch bei den digitalen Währungen Anwendung finden kann. Uns Investoren kommt es entgegen, dass sich Kryptowährungen aufgrund der Blockchain-Technologie gut stückeln lassen und somit bereits kleine Investments ab 25 Euro möglich sind. Man beachte allerdings, dass bei einigen Krypto-Börsen Mindestbeträge für Investments vorgesehen sind.

Tom’s Strategie

Die persönliche Risikobereitschaft sollte sich stets an der eigenen finanziellen Situation orientieren. Meine persönliche Strategie richtet sich nach dem Leitsatz von André Kostolany: „Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.

Grundsätzlich verfolge ich den Grundsatz der Diversifikation bei all meinen Investments. Neben klassischen Anlageformen wie Anleihen und Wertpapieren bin ich auch in Kryptowährungen investiert, dabei verfolge ich die sog. Core-Satellite Strategie. Bei meinem Aktiendepot stellen ETFs meinen Kern dar und Einzelaktien meine Satelliten. Dieselbe Strategie verfolge ich im Bereich Kryptowährungen: Bitcoin und Etherium stellen meinen Kern dar und rundherum besitze ich noch weitere vielversprechende Kryptowährungen wie etwa Cardano, Litecoin, IOTA, NEO, DASH, Komodo, Chainlink oder WAVES. In Form von Sparplänen baue ich meine Position sukzessiv weiter aus und es kommen auch stetig neue Coins hinzu.

Eine Beschreibung der zurzeit bekanntesten bzw. beliebtesten Coins findet man unter anderem unter www.cryptolist.de.

Schlussendlich entscheidet jeder Investor selbst, welchem Coin er dem größtmöglichen und nachhaltigen Wertzuwachs zutraut. Dennoch bin ich aus verschiedensten Gründen davon überzeugt, dass Bitcoin und Etherium auch weiterhin den Takt vorgeben werden. Deshalb sind diese in meinem Portfolio am höchsten gewichtet sind.

Mein Investment im Bereich Kryptowährungen beläuft sich auf ungefähr 8% meiner gesamten Vermögensanlage, Tendenz steigend.

Bei welcher Krypto-Börse soll ich mein Konto eröffnen?

Auf Coinmarketcap sind zurzeit fast 400 verschiedene Krypto-Börsen nach Handelsverkehr, Liquidität, Handelsvolumen und Vertrauen in die Legitimität der gemeldeten Handelsvolumen gelistet. Dabei ködern zahlreiche Plattformen unvorsichtige Anleger mit nur allzu gut klingenden Angeboten, die häufig eine garantierte Spitzenrendite bei niedrigem Risiko versprechen. Schon bald entpuppen diese sich jedoch als Schneeball-System bzw. Ponzi-Scheme. Vor solchen oder anderen Betrügereien im Internet warnt die italienische Postpolizei bereits seit Jahren. Auch die italienische Bankenaufsicht CONSOB, wie auch andere europäische Bankenaufsichten, haben Anleger in einer erst kürzlich veröffentlichten Mitteilung vor der Krypto-Börse Binance gewarnt, da diese nicht autorisiert ist, Investmentdienstleistungen anzubieten. Trotzdem ist Binance aktuell die weltweit größte Krypto-Börse.

Jeder gewissenhafte Anleger ist gut beraten, vermeintliche Hammer-Angebote sorgfältig zu hinterfragen. Nachdem man die Dienstleister nach Benutzerfreundlichkeit, Coin-Angebot und Gebühren geprüft hat, liegt die Entscheidung darüber, welcher Börse der Anleger schlussendlich sein Vertrauen schenkt, bei jedem selbst. Generell wird von Experten empfohlen, dass man drei bis fünf Depots bei verschiedenen Krypto-Börsen unterhält. Der Kaufvorgang der Coins ist an sich unkompliziert, man muss vor dem Kauf lediglich sein Guthaben auf dem persönlichen Konto auf der Krypto-Börse z.B. mit Kreditkarte, PayPal oder Banküberweisung aufladen.

Persönlich habe ich bis jetzt zwei verschiedene Depots: eines bei Binance und eines bei Bitpanda. Wer Bitpanda noch nicht kennt: dies ist eine österreichische MiFID II Wertpapierfirma und als PSD 2 Zahlungsinstitut zugelassen.

Wo soll ich meine Kryptowährungen aufbewahren?

Wie bereits erwähnt, gibt es aufgrund der mangelnden Regulierung im Krypto-Bereich zahlreiche Anbieter mit kriminellen Absichten. Nicht nur vor dubiosen Anbietern sondern auch vor Hackern gilt es sich in Acht zu nehmen. Nahezu wöchentlich erfahren wir aus Medien von Hacks und anschließendem Datenverlust oder Diebstahl diverser Kryptowährungen. Neben der Auswahl eines sicheren Passworts, einer Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für die Zugangsdaten zur Börse und einer guten Sicherheitssoftware für die technischen Geräte sollten Anleger mittel- bis langfristige noch einen Schritt weiter gehen. Um digitale Assets zu schützen wird ein sog. Cold Wallet empfohlen. Die Aufbewahrung von Coins in einer Hardware-Wallet bzw. in einer Paper Wallet hat den Vorteil, dass die Coins offline verwahrt werden. Die Verwahrung in einer sog. Hot Wallet (mit dem Internet verbunden) oder in der Krypto-Börse hat hingegen den Nachteil, dass sie vor Hackerangriffen leider nicht sicher sind.

Als Anleger ist es daher ein empfehlenswerter Schritt, neu erworbenen Kryptowährungen periodisch in einer Cold Wallet abzulegen. Für weitere Infos rund um das Thema: www.hardware-wallets.de.

Warum nicht einfach in die bekannteste Kryptowährung Bitcoin mittels ETF investieren?

Aufgrund der europäischen UCITS-Richtlinien kann ein solcher in Europa momentan nicht emittiert werden. Abgesehen davon, könnte ein Bitcoin-ETF nicht als „ETF“ bezeichnet werden, da nicht ein bestimmter Index abgebildet würde. Strategisch gesehen wäre ein solches „ETF-Investment“ auch keine sinnvolle Sache, denn de facto wäre keine Risikostreuung möglich, da nur in eine Kryptowährung investiert werden würde.

Weitere Infos zum Thema ETF und ETN auf Bitcoin findet man unter: www.justetf.com.

Zahlreiche spannende und aktuelle Infos rund ums Thema Blockchain, digitale Assets, Kryptowährungen und weitere Argumente findet man in deutscher Sprache unter: www.bitcoin-2go.de, https://coincierge.de/, www.btc-echo.de oder www.cryptolist.de.

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