ETFs: Wie gelingt der Start?

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Ein Exchanged Traded Fund (ETF) ist ein börsengehandelter Indexfonds und besteht aus einer Vielzahl von Aktien. Bedeutet, Risiko kann minimiert werden, indem in einen breit gestreuten Markt investiert wird, anstatt einzelne Unternehmen zu selektieren. Hört sich für Privatanleger doch gut an, oder? Ist es auch! Aber wie gelingt der Start damit?

Handelbar sind ETFs an der Börse. Es gibt sie in verschiedenen Ausrichtungen und in immer mehr Varietäten. Vorstellen wollen wir hier aber, wie der Einstieg in die Börse und ETFs aussehen kann.

Einsteiger Portfolios

Eines haben die nachfolgenden Portfolios gemeinsam: Am Anfang steht die Level 1 Asset Allocation. Das bedeutet, wie groß soll der risikobehaftete bzw. der risikofreie Teil des eigenen Portfolios werden? Hier geht es vor allem um die persönliche Risikopräferenz. Auch wenn risikofreies Investieren kaum möglich ist, gehören hier möglichst risikoarme Anlagemöglichkeiten wie z.B. Tagesgeldkonto oder Staatsanleihen bester Bonität dazu.

Das Ziel des risikobehafteten Teils ist es hingegen, das Vermögen zu vermehren und Rendite zu erzielen. Dieser Teil wird im Aktienmarkt über Aktien oder ETFs abgebildet.

Wie angesprochen, handelt es sich hier um ein individuelles Verfahren. Generell kann jedoch grob eingestuft werden:

Wichtig ist das Finden der eigenen Risikobereitschaft. Diese kann sich aber auch im Laufe der Zeit ändern, was häufig bei Einsteigern an der Börse zu sehen ist.

Welt-Portfolio

Das Welt-Portfolio gehört quasi zu den Klassikern, wenn es um Anlagestrategien mit ETFs geht. Gepredigt von Gerd Kommer, angepriesen in seinem Buch „Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs“ und in die Welt hinaus getragen vom Youtube-Kanal Finanzfluss. Das Welt-Portfolio steht nun schon mehrere Jahre für unkompliziertes Investieren für Privatanleger. Doch wie ist es aufgebaut?

Aufbau

Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs — amazon.de

Die Auslegung kann variieren, weshalb wir auf nur eine Möglichkeit eingehen wollen.

Nachdem die individuelle Risikobereitschaft festlegen wurde, wird das zu investierende Kapital in „risikobehaftet“ und „risikofrei“ geteilt. Auf dem Tagesgeldkonto liegt der risikofreie Teil. Dieser Teil fährt zwar keine Rendite ein, ist aber auch nicht dafür gedacht. Vielmehr soll dieser Teil eventuell in Zukunft auftretenden, möglichen Risiken und Lebensereignissen entgegenwirken. Das Auto muss repariert werden und der Markt steht schlecht? Dann kann das Tagesgeldkonto angezapft werden, anstatt Wertpapiere mit Verlust zu verkaufen. Bis auf Notfälle gibt es aber keine Ausreden um den risikofreien Teil des Portfolios zu verwenden.

Obwohl es auf die persönliche Lebenssituation ankommt (z.B. selbstständig oder festangestellt, Single oder Familie) sollten typischerweise zwei bis sechs Monats-Nettogehälter als Reserve eingeplant sein. Im besten Fall baut man dieses Polster als erstes auf und geht dann über zum nächsten Schritt.

Der restliche Teil, und somit der risikobehaftete Part, ist nun bereit investiert zu werden. Typischerweise wird dieser im Weltportfolio ein weiteres mal aufgeteilt. D.h. rund 70% wandern in einen Welt-ETF (z.B. MSCI World), welcher die erfolgreichsten und größten Unternehmen der entwickelten Ländern abbildet. Die verbleibenden 30% werden in einen Schwellenländer-ETF (z.B. MSCI Emerging Markets) gesteckt. Dieser bildet Entwicklungsländer ab. Somit bildet das Portfolio einen Großteil der Welt ab und wächst mit der Weltwirtschaft (in der Vergangenheit um die 6-8% jährlich).

Core Satellite-Portfolio

Bei der Core Satellite-Strategie wird auf einen Buy and Hold-Teil (Details dazu in diesem Artikel) im Kern gesetzt, der den größten Anteil des Portfolios ausmacht. Dabei handelt es sich meist um breit gestreute Welt-ETFs. Bei den Satelliten hingegen geht es um Einzelinvestments, die den Markt überperformen könnten. Hintergedanke und Idee des Ganzen ist die Annahme, dass nicht alle Märkte effizient sind. Bereits in den 1970er Jahren entwickelten die Ökonomen Fischer Black und Jack Treynor diese Idee.

Aufbau

Laut justetf.com ist ein typisches Verhältnis der Core Satellite-Strategie 80% Core und 20% Satellites. Da der Kern meist mit Welt-ETFs abgedeckt wird, fokussieren sich die Satelliten mehr auf Nischenmärkte, die auch mit ETFs abgedeckt werden. Ein wichtiger Unterschied zum Core ist hierbei im Market-Timing zu finden: Während der Kern langfristig Bestand des Portfolios bleibt, liegen Satelliten maximal mittelfristig im Depot. Der Verkaufszeitpunkt ist gekommen, wenn sich die Trendeinschätzung bewahrheitet hat. Dann ist ein neuer Nischenmarkt gefragt.

Quelle: justetf.com

Wie man einen ETF für sich auswählt, haben wir in diesen 9 Schritten bereits erklärt!

Pantoffel-Portfolio

Das von Finanztest (Stiftung Warentest) vorgeschlagene Pantoffel-Portfolio ist sehr ähnlich zum Welt-Portfolio. Den risikofreien Teil deckt Stiftung Warentest hierbei mit sehr sicheren Staatsanleihen an der Stelle des Tagesgeldkontos ab. Um den risikobehafteten Teil noch einfacher als im Weltportfolio zu halten, versucht man sich hier auf einen einzigen ETF zu konzentrieren.

Aufbau

Es gibt drei verschiedene Varianten:

  • MSCI World: Ähnlich zum Weltportfolio, jedoch ohne MSCI Emerging Markets. Heißt, man konzentriert sich auf die entwickelten Industrienationen.
  • MSCI ACWI: Der MSCI All Countries World (oder kurz ACWI) ist eine Mischung aus MSCI World und MSCI Emerging Markets und kombiniert beide in einem einzelnen Wertpapier.
  • FTSE All World: Der All World ETF ist sehr ähnlich zum MSCI ACWI, jedoch wird dieser Index von FTSE anstatt MSCI aufgelegt und hat oftmals einen geringeren TER (Total Expense Ratio), also jährliche Kosten.

Wie bei uns alles anfing…

Auch wir haben mit ETFs begonnen und haben das Portfolio nach und nach mit interessanten Aktien erweitert. Der Start gelang mit einem klassischen Weltportfolio. Auf dem Tagesgeldkonto liegt noch heute der risikofreie Teil und mit 70% MSCI World und 30% MSCI Emerging Markets ging’s los. Dann, nach und nach, kamen erste Aktien hinzu. Erst US-amerikanische, dann deutsche, schließlich asiatische und nun liegen Unternehmensanteile aus den verschiedensten Teilen der Welt im Depot. Schluss ist noch lange nicht! 😉

Sind ETFs nur etwas für Anfänger?

Ganz im Gegenteil! ETFs werden oftmals als ideales Investmentvehikel für Privatanleger empfohlen. Ob sog. „Stock-Picking“ einen längerfristigen Renditevorteil gegenüber ETFs bietet, darüber streiten sich Finanzexperten. Laut der wirtschaftswissenschaftlichen Theorie des effizienten Marktes kann durch die Wahl von Einzelaktien nämlich keine längerfristige Überperformance erzielt werden. Warum so viele es also trotzdem versuchen? Es macht Spaß, man setzt sich mit Unternehmen und Ideen auseinander und mit einer ausreichenden Diversifikation kann im Grunde auch ein eigener kleiner „ETF“, basierend auf persönlichen Vorlieben, kreiert werden. Wer jedoch wert auf simple und entspannte Anlagen legt, fährt mit ETFs oft mindestens genauso hohe Renditen ein.

Fazit

ETFs sparen Zeit und sind einfach sowie ideal für Privatanleger, die möglichst einfach ihr Geld vermehren wollen. Ein monatlicher Sparplan kann da z.B. die Investitions-Arbeit abnehmen und man kann sich getrost anderen Dingen im Leben widmen. Welchen ETF-Anbieter man wählt, macht für den Otto-Normalverbraucher in der Regel keinen Unterschied. Viel wichtiger ist auf die Größe des Fonds und die jährliche Kosten zu achten. Ob ausschüttend oder thesaurierend bleibt ebenfalls eine persönliche Präferenz. Zu vermerken ist aber, dass unterschiedliche ETF-Anbieter oft Länder oder Unternehmen unterschiedlich interpretieren. So kann es schon mal vorkommen, dass ein ETF der Industrienationen dasselbe Land wie ein ETF eines zweiten Anbieters beinhaltet, aber zu Entwicklungsländern zählt. Auch wenn die daraus entstehende Übergewichtung kein Problem darstellt, sollte es im Hinterkopf behalten werden.

Hier werden die Schritte zur Auswahl von ETFs nochmals genauer offengelegt: zum Artikel

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