Zukunft der Kryptowährungen

Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Bitcoin Cash (BCH), Litecoin (LTC), Monero (XMR), IOTA (MIOTA) – Kryptowährungen sind ein Dauerbrenner in den modernen Medien. Es wird von spektakulären Erfolgsgeschichten und Gewinnen in Millionen- und gar Milliardenhöhe berichtet. Doch was können wir in naher Zukunft erwarten? Haben Kryptowährungen aus Investmentperspektive überhaupt noch Potenzial?

Was sind Kryptowährungen eigentlich?

Der Begriff Kryptowährung beschreibt virtuelle Währungen, die auf Blockchain und virtuelle Signaturen basieren. Somit sind für den Zahlungsverkehr keine Banken mehr nötig. Damit erstzt das dezentrale Netzwerk Finanzinstitute und Teilnehmer verwalten Transaktionen selbst. Dadurch können neue Währungseinheiten generiert werden.

Die ersten Kryptowährungen kamen bereits 2008 nach dem Finanzkollaps auf den Markt. Mit der Wirtschaftskrise entstand der Wunsch nach einer Währung, die unabhängig von einer zentralen Kontrollinstanz funktioniert. Das bedeutet man schuf eine Währung, die unabhängig von Banken funktioniert.

Technologischer Fortschritt

Die Technologie dahinter wird seit dem Erscheinen von Bitcoin ständig verbessert und weiterentwickelt. Dies ebnete den Weg für alternative Währungen, die viele Vorteile gegenüber Bitcoin bieten und eigene Alleinstellungsmerkmale haben. So ist eine Litecoin-Transaktion beispielsweise deutlich schneller als Bitcoin. Ethereum hingegen kann nicht nur für Währungstransaktionen, sondern auch zum Abschluss von Verträgen (sogenannten „Smart Contracts„) verwendet werden. Und Ripple beschleunigt wiederum die traditionellen Banküberweisungen.

Bitcoin – Hoch und Tief

Mit dem technologischen Fortschritt ging auch der Bitcoin-Boom einher. Mitte Dezember 2017 war ein einzelner Bitcoin fast 20.000 Dollar wert. In den darauffolgenden Monaten sank der Wert rapide. Ende 2018 war ein Bitcoin weniger als 3.000 $ wert – ein Wertverlust von 85 %. Nichtsdestotrotz machte der rekordverdächtige Wert den Markt für Spekulationen besonders interessant und schuf Anreize für die Entwicklung weiterer Kryptowährungen.

Immer wieder tauchen neue Ideen, Pläne und Geschäftsmodelle für digitale Währungen auf. Ob Kryptowährungen, die an Diamanten („Carat“) oder Öl („Petro“) gekoppelt sind. Kryptowährungen, die als Belohnung für gute Taten vergeben werden („Hullcoin“), oder eine Währung, die sich einfach als Bitcoin-Parodie versteht („Dogecoin“).

Bitcoin-„Crash“ im Jahre 2018

Innovationen durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen. Auf die technologische Idee folgt eine Phase der Euphorie. Anschließend oft eine Phase der Ernüchterung. Sobald der erste Hype dann vorüber ist, können reifere Lösungen mit echtem Mehrwert entstehen.

In der Blockchain-Branche herrschte in der zweiten Jahreshälfte 2017 eine besonders starke Euphorie. Visionäre träumten bereits von einer Revolution der Welt. Das Flaggschiff der Blockchain-Technologie waren damals die Kryptowährungen. Der unvermeidliche Bitcoin-Crash wirft seither einen skeptischen Schatten auf die Blockchain. Was blieb, war die kontinuierliche Weiterentwicklung der Technologie. Seit dem Bitcoin-Crash im Jahr 2017 wird die Blockchain-Technologie selbst kritischer und realistischer gesehen.

Nachteile

Volatilität

Der Wert einer Kryptowährung basiert auf Vertrauen und Akzeptanz. Im Gegensatz zu etablierten Währungen wie Euro, Dollar und Co. gibt es jedoch keine Kontrollinstanz. Es gibt nur ein technisches System, an dem jeder teilnehmen kann. Dabei spielt die Stabilität der Währung jedoch meist eine untergeordnete Rolle.

Zwischen Januar und April 2018 haben alle Kryptowährungen zusammen etwa siebzig Prozent ihrer Marktkapitalisierung verloren. Zunehmende Regulierungsversuche verschiedener Länder, wie z.B. in Südkorea, verunsicherten die Investoren und ließen sie Milliarden aus dem aufgeheizten Kryptomarkt abziehen. In der Folge brachen die Kurse der einzelnen Währungen so schnell ein, wie sie gestiegen waren.

Kryptowährungen sind extrem volatil. Eine Investition in Kryptowährungen sollte immer mit viel Zeit und Aufmerksamkeit gekoppelt sein. Bei täglichen Preisschwankungen im zweistelligen Bereich sollte man einen kühlen Kopf bewahren können. Nur dann kann eine Investition in Kryptowährungen eine interessante spekulative Ergänzung zu den anderen Anlagen im Portfolio sein.

Manipulation

Personen, die einen großen Anteil an eines Krypto-Coins besitzen, können die Preise zu Ihren Vorteilen manipulieren. Bei Bitcoin, Ethereum und Co. gibt es weder Gesetze, noch Kontrollinstanzen, die solche Vorgehensweisen verhindern.

Als Fiatgeld

Kaffee und Toast im Supermarkt mit Bitcoin, Ethereum & Co kaufen? Kryptowährungen als reguläre Zahlungsart haben sich noch nicht durchgesetzt, auch wenn es grundsätzlich schon möglich ist.

Die Verwendung von Kryptowährungen als reguläres Zahlungsmittel ist noch recht problematisch. Es gibt keine festen Wechselkurse und die Kurse schwanken stark. Insofern ist es beispielsweise für Händler riskant, Kryptowährungen zu akzeptieren. Dennoch bieten immer mehr Online-Shops Kryptowährungen als Zahlungsmittel an. Die Seite coinmap listet alle Shops auf, die Kryptowährungen akzeptieren.

Krypto-Abdeckung in Wien – coinmap.org

Die virtuellen Währungen speichert man bislang hauptsächlich in sogenannten „Wallets“. Das sind digitale Geldbörsen mit privaten Schlüsseln in Form von Zahlencodes gesichert.

Zukunft

Die EU-Kommission versucht eine Gratwanderung. Die Behörde will Krypto-Assets künftig regulieren und damit Risiken für die Finanzmärkte reduzieren. Gleichzeitig soll die neue Verordnung namens „MiCa“ (Markets in Crypto-Assets regulation for EU crypto-assets and their service providers) einen verlässlichen Rechtsrahmen schaffen, in dem sich die innovativen Finanzprodukte gut entwickeln können.

„Die Zukunft der Finanzwelt ist digital!“

„Die Zukunft der Finanzwelt ist digital“, so Valdis Dombrovskis, EU-Kommissar für Handel. Die Akzeptanz von Kryptowährungen könnte also in Zukunft deutlich steigen.

Foto von Nick Bondarev von Pexels

Etherum 2.0

Ethereum, die zweitwichtigste Blockchain der Welt, ist jetzt fünf Jahre alt und steht vor einem großen Wandel.

Mit Ethereum 2.0 soll unter anderem das Konsensverfahren von dem rechenintensiven „Proof-of-Work„-Prozess auf ein sogenanntes Proof-of-Stake-Verfahren umgestellt werden. Dabei sollen langfristig die Änderungen auch die Transaktionskapazität von derzeit 15 Transaktionen pro Sekunde auf mehrere tausend Transaktionen pro Sekunde erhöhen.

Blockchains, die mit „Proof of Work“ funktionieren, sind sehr energiehungrig. Bitcoin gerade deswegen steht in der Kritik. Das weltweite Minen der Coins verbraucht bereits so viel Energie wie ganz Algerien. Der CO2-Ausstoß ist sogar vergleichbar mit dem von Myanmar. Auch Ether kann man durch Minen gewinnen.

Das Minen selbst kann man sich vereinfacht so vorstellen: Computer lösen Rechenoperationen und dafür erhalten ihre Betreiber eine Belohnung. Das heißt, ein Tausch zwischen Rechenleistung und Kryptowährung findet statt.

Mit Proof of Stake (PoS) soll sich das ändern. Beim Erstellen von Blöcken wird nicht mehr derjenige mit der größten Rechenleistung am meisten belohnt. Mit PoS bestimmt ein Algorithmus, welche Teilnehmer validieren und die Belohnungen dazu erhalten. Dabei sind keine energieintensive Rechenoperationen mehr nötig. Kurz gesagt: hält eine Person 1% aller ETH, wird 1% der Belohnungen ausgeschüttet.

Das Schreiben der Blöcke benötigt nun keine stromhungrigen Mining-Computer mehr, sondern lediglich normale Rechner. Smartphones und schwache Notebooks sind dennoch nicht dafür geeignet.

„Proof of Stake ist aus ökologischer Sicht sehr zu begrüßen. Damit wird das bisherige, zu Recht kritisierte Problem gelöst, dass Mining extrem viel Strom verbraucht“ sagt Blockchain-Experte Bernhard Blaha von Cryptix.

Das Upgrade auf Ethereum 2.0 ist in drei Phasen unterteilt. Mit der dritten Phase (geplanter Start 2022) können Smart Contracts auch in der Ethereum 2-Kette verwendet werden.

Staking

„Staking“ ist im Grunde ein Nebenprodukt des Proof of Stake (PoS) Verfahrens. Der Miner wird nach dem Zufallsprinzip aus einem Pool von Node-Betreibern ausgewählt. Um sich als Node-Betreiber zu qualifizieren, muss der Miner eine bestimmte Mindestanzahl von Coins in seinem Wallet hinterlegen. Die Anzahl der Coins kann je nach Blockchain stark variieren. In manchen Fällen müssen die Coins außerdem für eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden, bevor sie zum Abstecken freigegeben werden.

In einfachen Worten ausgedrückt: Durch das „Staking“ von Coins werden Belohnungen ausgeschüttet, was einer jährlichen Rendite von 3% bis 12% entspricht.

Sollte man in Kryptowährungen investieren?

Kryptowährungen sind immer noch sehr volatil und nicht reguliert. Dabei ist die nicht regulierte Eigenschaft schließlich auch der Grundgedanke von Kryptowährungen. Bedeutet, das Investieren birgt ein großes Risiko. Dieses Risiko muss im Vorhinein jedem Investor bewusst sein. Trotzdem finden wir, dass sich die neuen digitalen Währung gut zur Diversifikation des Portfolios eignen. Mit ETH 2.0, „Staking“ und den ersten Berührungspunkten mit Brüssel bringen Kryptowährungen definitiv noch einiges an Potenzial mit.

Private Meinung des Autors (Maximilian) : ich gehe davon aus, dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis das neue Fiatgeld auf der Blockchain entwickelt wird. Die Blockchain bringt zahlreiche Vorteile mit sich und kann damit einfach unser ausgeartetes, aufgeblähtes Finanzkonstrukt ersetzen. Ich sehe die Zukunft von Währungen in einer anonymen, dezentralisierten und vollständig automatisierten Form.

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2 Kommentare bei „Zukunft der Kryptowährungen“

  1. Lesenswert, Bravo!

    Was meiner Meinung relevant ist, ist wann damit gerechnet werden kann, dass eine oder verschiedene Kryptowährungen als Zahlungsmittel anerkannt werden (nicht nur online, sondern auch flächendeckend in Geschäften)
    und ob diese Tatsachte (dass dies irgendwann zutrifft) bereits im aktuellen Wechselkurs/in der aktuellen Quotierung eingepreist ist…

    LG

    1. Maximilian Perkmann sagt: Antworten

      Hallo Michael,
      lieben Dank für das nette Feedback. Schön zu hören!

      Ja, das Einsetzen von Kryptowährungen im normalen Zahlungsverkehr hängt meiner Meinung auch ein wenig davon ab, ob Brüssel es schafft, eine Währung zu regulieren. Sobald man sich ansatzweise mit dem Wirtschaftskonstrukt beschafft fällt sofort auf, dass eine Instanz zur Regulierung (Drucken, Entnehmen von Geld) zwingend notwendig ist. Ansonsten wären wohl viele Existenzen mit der Corona-Krise untergegangen..

      Wobei es sehr spannend ist zu beobachten, wie viele der großen Plattformen (PayPal, Pornhub,.. ) nun auf Kryptos setzen. Es bleibt unter allen Umständen spannend! 🙂

      Danke für den Kommentar und liebe Grüße,
      Max

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