Enel X Pay: das bessere N26?

Die Enel-Gruppe steigt in das Mobile Banking Geschäft ein und baut mit der Initiative “Enel X Pay” einen Konkurrenten zu N26 & Co. auf. Zum Unternehmen hinter der neuen Bezahldienstleistung haben wir bereits eine Analyse erstellt.

Ziel von Enel X Pay ist es, Zahlungen und Überweisungen direkt über eine App vollkommen sicher zu tätigen. Dabei kann eine digitale oder physische Karte im Besitz sein. Außerdem kann Übersicht zu den Finanzen der gesamten Familie gewährt werden. Damit will Enel den inzwischen überholten traditionellen Banken neue Möglichkeiten aufzeigen.

Enel X Pay wurde am 19. Oktober 2019 auf einer Web-Pressekonferenz vorgestellt. Ob der italienische Neueinsteiger Chance gegen die Alternativen hat, klären wir im folgenden Abschnitt.

Enel X Pay

Enel X Pay ist ein digitales Konto mit einer Karte und einer italienischen IBAN. Indem an diversen Netzwerke angeknüpft wird, will der Service den Benutzern verschiedene Arten von Transaktionen ermöglichen. Von der Bezahlung von Rechnungen, Steuern und pagoPA-Zahlung, bis hin zu SEPA-oder Peer-to-Peer-Überweisungen.

Im Gegensatz zu vielen Alternativen bietet der Service jedoch die Möglichkeit, ein bereits bestehendes (externes) Konto zu verknüpfen oder ein neues Bankkonto zu erstellen.

Für den Service fallen keine Kosten an. Jedoch gibt Enel an, einen Premium-Service für das Jahr 2021 zu planen.

App und Karte 

Benutzer können das Enel X Pay-Bankkonto direkt über App verwalten. Die verbundene physische Karte ist Teil des Mastercard-Netzwerkes und besteht aus Biokunststoff, wobei auch vollständig auf die digitale Variante in der App und Google Pay / Apple Pay zurückgegriffen werden kann.
Was Visa oder Mastercard genau sind, und wie sie funktionieren, haben wir auch bereits in einem Beitrag aufgezeigt.

Neben den Konfigurationsmöglichkeiten, Family und verschiedenen Features wird innerhalb der App auch ein umfangreicher Bereich zur Analyse, Kategorisierung sowie Übersicht der Ausgaben angeboten. 

Enel X Pay ist sowohl über den Google Play Store (Android) als auch den Apple App Store verfügbar.

Übersicht

Partnerschaften

Neben der Möglichkeit zur Zahlung von pagoPA-Abgaben ist auch das Bezahlen des Ladenstroms von elektrischen Autos innerhalb des Hubject-Ökosystems möglich. Hubject ist ein Joint Venture zwischen BMW Group, Bosch, EnBW, Enel X, Innogy, Mercedes Benz AG, Siemens und der Volkswagen Group.

Family

Eine “Family”-Option ist im Service verankert und kann für Kinder zwischen 11 und 18 Jahren aktiviert werden. Durch Aktivieren der “Family”-Option erhält man eine Prepaid-Karte. Die Karte ermöglicht natürlich alle gängigen Zahlungen und Überweisungen durchzuführen. Eltern sind in der Lage Limits zu setzen, Transaktionen zu überwachen und das Geld zu verwalten. Dadurch schafft man eine sichere finanzielle Umgebung für Kinder.

Sicherheit

Enel X Financial Services ist Teil der Enel-Gruppe und befindet sich zu 100% im Besitz von Enel X. Im Dezember 2018 hat die Bank von Italien das Unternehmen als E-Geld-Institut (ELMI) zugelassen. Damit darf Enel X Financial Services Zahlungslösungen für Privat- und Firmenkunden in voller Übereinstimmung mit den Gesetzen zum Schutz der Privatsphäre und zum Datenschutz anbieten.

Das Kreditinstitut IntesaSanPaolo ist für die Girokonten zuständig und bieten, wie andere Konten europäischer Banken auch, eine Besicherung in Höhe von 100.000€.
Rein technisch baut Enel X Pay auf die bewährte SIA Plattform auf.

Support

In unserem Test hat der Support und die PR Abteilung schnell und kommunikativ reagiert.

Fazit

Enel steigt mit Enel X Pay in ein zukunftsträchtiges Geschäft ein und will den traditionellen Banken Markt abgraben. Solides Geschäftsmodell, starke Führungsebene und ein guter Auftritt. Insgesamt sind wir überzeugt vom Service. Vor allem für italienische Staatsbürger halten wir Enel X Pay für eine nennenswerte Alternative zu den gestandenen Konkurrenten N26, Revolut und Co.

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