Futures einfach erklärt!

Oft wird im finanztechnischen Kontext der Begriff „Future“ erwähnt. Eine klare und einfache Definition ist meist nicht selbstverständlich. Dass Futures nicht nur zum Spekulieren handelbar sind und welchen praktischen Zweck diese Wertpapiere erfüllen, werden wir in diesem Artikel genauer erläutern.

Was sind Futures?

Futures sind Finanzinstrumente und gehören zu der Familie der Derivate. Derivate selbst basieren auf Aktien, Rohstoffe, Indizes, Kryptowährungen, usw.
Man kann Derivate als eine Art Abstraktion der zugrunde liegenden Basis ansehen, bei denen Risiken zwischen Käufer und Verkäufer umverteilt werden können. Es handelt sich also um Kontrakte.

Bei Terminkontrakten wird heute ein genau definiertes Basisinstrument gekauft, welches zum Erfüllungstermin (Fälligkeit) vom Verkäufer geliefert werden muss. Futures sind also standardisierte börsengehandelte Terminkontrakte.
Deutlicher werden die Einsatzgebiete mit zwei Beispielen.

Wo werden Futures eingesetzt?

Futures wurden eigentlich entwickelt, um Kosten der Zukunft bereits jetzt kalkulierbar zu gestalten.

Beispiel Airlines:

Fluggesellschaften müssen mehrere Monate bevor der Flug stattfindet einen Ticketpreis für die Passagiere prognostizieren. Der Kerosinpreis spielt bei der Preisgestaltung eine große Rolle, ändert sich aber stetig. Zudem hat die Fluggesellschaft nicht die Kapazität, Kerosinfässer für Monate im Voraus zu lagern. Deshalb kauft die Airline Kerosin-Futures. Somit kann heute bereits der notwendige Treibstoff gekauft werden, welcher in der Zukunft benötigt wird.

Beispiel Bauer:

Auch Bauern können Futures gebrauchen, um sich gegen Risiken in der Zukunft abzusichern. So kann ein Bauer dank Futures seine Ernteergebnisse kalkulierbarer gestalten, indem er Futures verkauft. Sollte der Preis der jeweils angebauten Lebensmittel (sog. Spot-Preis) zum Erntezeitpunkt deutlich unter dem Futurepreis liegen, so hat der Bauer alles richtig gemacht, da er in der Vergangenheit seine Ernte schon zu einem höheren Preis verkaufen konnte. Liegt der Futurepreis hingegen unter dem schlussendlichen Erntepreis, dann ist das Pech für den Bauer. Der Bauer hat seine Ernte im Vorfeld zu einem tieferen Preis verkauft.

Die Realität

Die genannten Beispiele sind stark idealisiert und in der Realität sind noch andere Dinge zu beachten. An der Börse werden keine Fässer Öl oder LKWs voller Weizen bei Fälligkeit der Futures gehandelt. Eine physische Lieferung des Basisinstruments wäre nicht sehr praktikabel. Deshalb werden die Kontrakte spätestens bei Fälligkeit „glattgestellt“ und mit dem dadurch freiwerdenden Kapital dann bei Bedarf z.B. der Rohstoff gekauft (da dieser Preis sich genauso entwickelt hat, wie der des Futures).

Außerdem sind Futures generell nicht für jedes beliebige Datum verfügbar. Für den DAX gibt es beispielsweise 4 Termine pro Jahr. Bedeuetet, dass nicht immer ein Kontrakt mit ausreichender Gültigkeit verfügbar ist. In dem Fall ist ein sog. roll-over notwendig. Es werden also mehrere Futures hintereinander geschalten.

Fazit

Futures dienen typischerweise zur Absicherung der Preisrisiken einer oder mehreren Parteien, werden vielfach aber auch für Preisspekulationen an der Börse verwendet. Man kann zukünftige Preise kalkulierbar für die Gegenwart machen, ohne physische Mittel selbst lagern zu müssen.
Dennoch wird für die Übernahme des Preisrisikos auch eine Risikoprämie fällig und bei starken Preisabweichungen kann es auch zur Nachschusspflicht kommen.

Quellen:
Einführung in die Finanzmärkte, Prof. Dr. Christoph Kaserer (TUM)
wikipedia.org

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