5 Aktiengelegenheiten: jetzt im Crash billig kaufen?

Nach dem anfänglichen Kursrückgang durch den COVID-19 Virus, kann man mittlerweile sogar von einem Börsen-Crash sprechen. Panikverkäufe wurden getätigt und enorme Kursverluste müssen langfristig-denkende Investoren momentan verkraften. Aber wie kann man trotzdem von der Angst an den Anlagemärkten profitieren?

Nachfolgend werden wir fünf besonders interessante Unternehmen vorstellen, für die sich momentan eine spannende Kaufgelegenheit bietet.

1. Unilever

Unilever ist einer der größten Konsumgüter-Hersteller weltweit, mit Hauptsitz in Rotterdam bzw. London.

Auch wenn Unilevers Businessmodell etwas weniger als jenes anderer Unternehmen betroffen ist, gab auch dieser Kurs deutlich nach. In unserer Aktienanalyse zu Unilever vor einigen Wochen haben wir bereits festgestellt, dass das Unternehmen eine spannende Zukunft und noch deutliches Wachstumspotential vor sich hat. Besonders gut hat uns dabei das Dividendenwachstum gefallen.

Der Kursrückgang bei Unilever führt zu einer guten Kaufgelegenheit, weil sich das Geschäftsmodell im Vergleich zu Tourismus und Versicherungen nach dem Pandemie rasch erholen kann. Der aktuell gesunkene Konsum und die Einschränkungen in der Produktion werden im Quartalsbericht zwar deutlich sein. Trotzdem kann davon ausgegangen werden, dass sich Geschäftszahlen zügig erholen, sobald die Normalität zurück gekehrt ist.

2. Boeing

Der US-amerikanische Flugzeugbauer Boeing wurde stark von der Krise getroffen. Der Höchststand im Februar betrug noch 347,45 USD, mittlerweile ist eine Aktie bereits mit 138 USD zu haben. Somit hat sich der Kurs deutlich mehr als halbiert.

Aktienkurs Boeing (google finance)

Warum Boeing besonders von sinkendem Tourismus betroffen ist, lässt sich mit einem Blick in die Orderbücher am besten erklären. Nach einem mageren Jahr 2019 (unter anderem Probleme an der 737 Max Maschine und mehr Stornierungen als Bestellungen) folgte ein genauso schlechter Start ins Jahr 2020. Im Januar konnte keine einzige Bestellung erfasst werden, im Februar lediglich 18. Außerdem wurden im Februar weitere 41 Stück an 737 Max Maschinen abbestellt. Anleger verlieren zunehmend Vertrauen in das bereits gebeutelte Unternehmen.
Durch den unsicheren Ausblick auf den zukünftigen Tourismus kann es außerdem sein, dass weitere Flugzeuge von Airlines abbestellt werden.

3. Shell

Ein nächstes Unternehmen, das momentan nicht nur vom Corona-Crash betroffen ist, ist Shell. Das Mineralöl- und Gasunternehmen leidet zur Zeit sehr unter dem niedrigen Öl-Preis. Zwar gibt es immerhin noch eine Dividendenrendite von über 14,6%, wie lange der Konzern diese Belastung aber tragen kann, ist fraglich.

Aktienkurs Shell (google finance)

Nichtsdestotrotz war Shell schon lange nicht mehr so günstig zu ergattern. Da die Dividende deutlichen Abstand zum Branchenmittelwert besitzt, kann auch eine kurzfristige Dividendenkürzung in Kauf genommen werden.

4. Allianz

Wen es die letzten Wochen besonders getroffen hat? Versicherer!
Seit seinem Höchststand im Februar hat auch der Allianz-Kurs fast 40% verloren. Andere Branchen fallen zwar auch, die meisten aber deutlich weniger.

Aktienkurs Allianz (google finance)


Gerade in der aktuellen Situation werden Versicherer öfters zur Kasse gebeten: sei es Krankenversicherung, Reiserücktrittsversicherung oder viele andere. Außerdem verliert der viertgrößte Vermögensverwalter der Welt natürlich auch mit dem restlichen Aktienmarkt, da sehr viele Assets darin stecken.
Eine nun drohende Senkung der Zinsen zur Unterstützung der generellen wirtschaftlichen Lage hilft Unternehmen mit große Cash-Reserven dabei leider auch nicht so einfach aus der Patsche!

Wem noch ein Versicherer im Depot fehlt, dem bieten sich aktuell gute Chancen. Wir können davon ausgehen, dass Allianz die Krise überstehen wird. Auch ist sehr wahrscheinlich, dass wir nach Einkehr der Normalität wieder neue Höchststände am Aktienmarkt sehen werden.

5. Ryanair

Nach einigen Unternehmen, die indirekt vom Einbruch des Tourismus betroffen sind, ist Ryanair ein Musterbeispiel von direkten wirtschaftlichen Opfern. Grenzen werden weltweit geschlossen und das Reisen wird eingeschränkt. Kein Wunder also, dass auch hier der Kurs ordentlich nach gibt.

Aktienkurs Ryanair (google finance)

Nach einer sehenswerten Endjahres-Rally 2019 verliert der Kurs wieder ordentlich.

Andererseits können Fluggesellschaften momentan vom günstigen Ölpreis profitieren und mit Futures für die wahrscheinlich wieder steigende Zahl von Fluggästen vorsorgen.

Fazit

Kaum ein Unternehmen wurde verschont von der Corona-Krise und die Kurse sind vielleicht noch nicht einmal am Boden. Doch auch wenn sich viele Kaufgelegenheiten bilden, solltet trotzdem nicht jede billige Aktie blind gekauft und ins Depot aufgenommen werden.
Es ist nicht zu vergessen, dass einige Unternehmen auch schon vor der Krise schwerwiegende Probleme hatten und diese vom Crash sogar verstärkt werden können.
Mit Qualitätsunternehmen kann man momentan hingegen wenig falsch machen und so zum Sonderrabatt einige schöne Aktien mit ins eigene Portfolio aufnehmen.

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